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Nach dem Kauf · etwa 20 Minuten Arbeit

Ihre Seite online stellen

Sie haben von uns einen Ordner bekommen. Darin liegt Ihre komplette Website: eine Datei namens index.html und ein Ordner mit Bildern. Mehr ist es nicht — und genau deshalb ist das hier keine Woche Arbeit, sondern ein Nachmittagskaffee.

Es gibt drei Wege. Sie unterscheiden sich in Preis, Serverstandort und darin, wie viele Verträge Sie am Ende haben. Suchen Sie sich einen aus und folgen Sie nur dem — die anderen beiden können Sie überspringen.

Eine Sache vorweg, und sie ist wichtiger als alles andere: Alles läuft auf Ihren Namen. Die Domain, der Speicherplatz, das Postfach. Nicht auf unseren, nicht auf den Ihres Neffen, nicht auf den einer Agentur. Wenn Sie diesen einen Punkt einhalten, kann Ihnen niemand Ihre Seite wegnehmen — und alles andere in dieser Anleitung ist reparierbar.

Die drei Wege im Einzelnen

Weg A

Am günstigsten

rund 10–25 € im Jahr

Wann dieser Weg passt: Sie legen mehr Wert auf den Preis als auf einen deutschen Serverstandort, und E-Mail läuft weiter über eine Adresse, die Sie schon haben.

  1. Domain bestellen

    Bei einem reinen Registrar — das sind Anbieter, die nur Adressen verkaufen und kein Hosting dazu. Sie bestellen dort Ihre Wunschadresse auf Ihren Namen, mit Ihrer E-Mail-Adresse als Kontakt.

    • Achten Sie darauf, dass SIE als Domaininhaber eingetragen sind — nicht eine Agentur, nicht ein Bekannter.
    • Der Datenschutz für Domaininhaber (Whois-Schutz) ist bei .de-Adressen ohnehin gegeben; Sie müssen ihn nicht dazubuchen.
    • Kosten: etwa 6–12 € im Jahr.
  2. Kostenlosen Speicherplatz einrichten

    Cloudflare Pages, Netlify und GitHub Pages bieten für statische Seiten eine dauerhaft kostenlose Stufe. Sie legen ein Konto an und ziehen Ihren Ordner per Maus in das Feld „Deploy“.

    • Ihre Seite ist eine einzige Datei plus einen Ordner mit Bildern. Mehr wird nicht hochgeladen.
    • Nach einer Minute ist die Seite unter einer Testadresse erreichbar. Prüfen Sie dort erst alles in Ruhe.
    • Kosten: 0 €.
  3. Domain und Speicherplatz verbinden

    Im Konto des Speicheranbieters tragen Sie Ihre Domain ein. Der Anbieter zeigt Ihnen daraufhin zwei bis vier Zeilen, die Sie beim Registrar in die DNS-Einstellungen eintragen.

    • Das ist der einzige Schritt, der technisch aussieht. Es ist Abtippen — nichts weiter.
    • Bis die Änderung überall ankommt, können bis zu 24 Stunden vergehen. Meist sind es zehn Minuten.
    • Die Verschlüsselung (das Schloss im Browser) richtet der Anbieter danach von selbst ein.
  4. Post umleiten

    Damit an post@ihre-adresse.de geschriebene Mails ankommen, richten Sie eine Weiterleitung auf Ihr bestehendes Postfach ein — bei Cloudflare heißt das Email Routing und ist kostenlos.

    • Sie empfangen dann unter Ihrer neuen Adresse, senden aber weiterhin unter Ihrer alten. Für viele Praxen reicht das.
    • Wenn Sie auch unter der neuen Adresse senden wollen, brauchen Sie ein echtes Postfach — siehe Weg C.
    • Kosten: 0 €.

Was Sie wissen sollten: Die Server stehen im Ausland. Sie brauchen mit dem Anbieter einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (Art. 28 DSGVO) — beide oben genannten stellen einen bereit, Sie müssen ihn im Konto nur annehmen. Und Ihre Datenschutzerklärung muss den Anbieter benennen. Wir haben beides im mitgelieferten Text vorbereitet; Sie tragen nur den Namen ein.

Weg B

Deutscher Anbieter, alles aus einer Hand

rund 25–70 € im Jahr

Wann dieser Weg passt: Der Weg, den wir den meisten Praxen empfehlen: ein Vertrag, eine Rechnung, eine Rufnummer, wenn etwas klemmt. Server in Deutschland.

  1. Ein kleines Webhosting-Paket bestellen

    Sie brauchen das kleinste Paket, das der Anbieter hat. Ihre Seite hat keine Datenbank und führt nichts aus — Speicherplatz und Rechenleistung sind völlig unkritisch.

    • In fast allen Paketen ist eine .de-Adresse enthalten. Bestellen Sie die Domain also im selben Vorgang mit.
    • Prüfen Sie den Verlängerungspreis, nicht den Aktionspreis: bei manchen Anbietern verdreifacht er sich ab dem 13. Monat.
    • Kosten: etwa 2–5 € im Monat.
  2. Dateien hochladen

    Im Kundenkonto gibt es einen Dateimanager. Sie ziehen den Inhalt unseres Ordners in das Verzeichnis, das der Anbieter als Web-Verzeichnis bezeichnet — meist heißt es htdocs, public_html oder einfach www.

    • Wichtig: der INHALT des Ordners kommt hinein, nicht der Ordner selbst. Die Datei index.html muss direkt im Web-Verzeichnis liegen.
    • Wer lieber ein Programm nutzt: FileZilla, kostenlos, die Zugangsdaten stehen im Kundenkonto.
    • Danach ist die Seite unter Ihrer Adresse erreichbar.
  3. Verschlüsselung anschalten

    Im Kundenkonto gibt es einen Schalter, meist „SSL“ oder „Let's Encrypt“. Einschalten, warten, fertig — danach steht ein Schloss in der Adresszeile.

    • Zusätzlich einstellen: Weiterleitung von http auf https. Sonst ist die Seite unter beiden Adressen erreichbar, und Suchmaschinen zählen das als zwei Seiten.
    • Kostet bei allen genannten Anbietern nichts extra.
  4. Postfach anlegen

    Im Kundenkonto legen Sie post@ihre-adresse.de an und tragen die Zugangsdaten in Ihr Mailprogramm oder Ihr Telefon ein.

    • Legen Sie sich gleich zwei an: eine für Patienten, eine für Rechnungen. Das trennt sich später schwer.
    • Meist sind mehrere Postfächer im Paket enthalten.
    • Ein Backup Ihrer Post gehört Ihnen — richten Sie IMAP ein, nicht POP3.

Was Sie wissen sollten: Sie zahlen mehr als bei Weg A, bekommen dafür aber deutsche Server, einen Auftragsverarbeitungsvertrag ohne Zusatzaufwand und im Zweifel jemanden am Telefon, der Deutsch spricht. Für eine Praxis ist das die zwei bis vier Euro im Monat meist wert.

Weg C

Gratis-Hosting plus deutsches Postfach

rund 25–60 € im Jahr

Wann dieser Weg passt: Sie wollen die Seite kostenlos betreiben, aber ein richtiges deutsches Postfach, aus dem Sie auch senden können.

  1. Domain bestellen

    Wie bei Weg A: bei einem reinen Registrar, auf Ihren Namen.

    • Kosten: etwa 6–12 € im Jahr.
  2. Seite kostenlos hochladen

    Wie bei Weg A: Cloudflare Pages, Netlify oder GitHub Pages, Gratis-Stufe.

    • Kosten: 0 €.
  3. Postfach bei einem Mail-Anbieter buchen

    Anbieter wie mailbox.org, Goneo oder Ionos Mail verkaufen Postfächer einzeln, ohne Hosting. Sie buchen dort ein Postfach für Ihre Domain.

    • Kosten: etwa 1–4 € im Monat.
    • Der Anbieter gibt Ihnen MX-Einträge, die Sie beim Registrar eintragen — dieselbe Stelle wie in Schritt 3 von Weg A.
  4. Beides verbinden

    Beim Registrar tragen Sie zwei Sorten Einträge ein: die vom Speicheranbieter für die Seite, die vom Mail-Anbieter für die Post.

    • Die beiden stören sich nicht — sie betreffen verschiedene Zeilen.
    • Vergessen Sie den SPF-Eintrag des Mail-Anbieters nicht, sonst landen Ihre Mails bei Empfängern im Spam.

Was Sie wissen sollten: Zwei Verträge statt einem. Dafür liegt die Post in Deutschland, und die Seite kostet weiterhin nichts. Wenn Sie sich zutrauen, vier DNS-Zeilen einzutragen, ist das der beste Kompromiss.

Was bei allen drei Wegen gleich ist

Sechs Dinge, die Sie danach noch erledigen sollten. Keins davon dauert länger als zehn Minuten.

  1. Prüfen Sie die Seite auf dem Telefon

    Nicht nur am Rechner. Über die Hälfte Ihrer Besucher kommt vom Telefon, und dort fallen Fehler auf, die am großen Bildschirm verschwinden.

  2. Tragen Sie Impressum und Datenschutz vollständig ein

    Beides liegt als Vorlage bei. Fehlt eine Pflichtangabe, ist die Seite abmahnfähig — bei Heilpraktikern besonders. Prüfen Sie zusätzlich, ob Berufsbezeichnung, Erlaubnis und Aufsichtsbehörde exakt stimmen.

  3. Lassen Sie die Texte gegenlesen

    Nicht auf Rechtschreibung — auf Wirkungsversprechen. Das Heilmittelwerbegesetz verbietet Sätze wie „hilft bei“, „lindert“ oder „wirkt gegen“. Wir haben die gelieferten Texte danach gebaut; alles, was Sie später ergänzen, müssen Sie selbst prüfen.

  4. Legen Sie eine Sicherung an

    Kopieren Sie den gelieferten Ordner auf einen USB-Stick oder in Ihre Cloud. Das ist Ihre komplette Website — mehr gibt es nicht. Wenn ein Anbieter Sie ärgert, laden Sie den Ordner woanders hoch und sind in zwanzig Minuten wieder online.

  5. Melden Sie die Seite bei Google an

    Über die Google Search Console. Ohne das dauert es Wochen, bis Sie gefunden werden; mit dauert es Tage. Kostenlos und einmalig.

  6. Notieren Sie sich Ihre Zugangsdaten

    Registrar, Speicheranbieter, Postfach — drei Zugänge. Schreiben Sie sie auf Papier und legen Sie es zu Ihren Praxisunterlagen. Der häufigste Grund, warum Praxen ihre Domain verlieren, ist ein vergessenes Passwort bei einem Anbieter, den niemand mehr kennt.

Fünf Sätze, die Sie teuer zu stehen kommen

Alle fünf haben wir bei Praxen schon gehört. Alle fünf sind falsch.

„Die Agentur hat die Domain für mich registriert.“

Dann gehört sie unter Umständen der Agentur. Prüfen Sie unter denic.de, wer als Domaininhaber eingetragen ist. Steht dort nicht Ihr Name, verlangen Sie einen Inhaberwechsel — das ist Ihr Recht und kostet nichts außer einem Formular.

„Der erste Monat kostet nur einen Euro.“

Der zweite auch, der dreizehnte nicht. Rechnen Sie immer mit dem Verlängerungspreis. Er steht im Kleingedruckten unter der Preisangabe.

„Ich brauche doch bestimmt WordPress.“

Nein. WordPress braucht, wer täglich Inhalte veröffentlicht. Eine Praxisseite ändert sich zweimal im Jahr — dafür ist WordPress ein Wartungsvertrag, den Sie nicht bestellt haben. Ihre Seite ist eine Datei und kann nicht gehackt werden, weil es nichts gibt, was ausgeführt wird.

„Ich buche gleich das große Paket, sicher ist sicher.“

Ihre Seite braucht etwa fünf Megabyte Speicherplatz und keine Rechenleistung. Das kleinste Paket jedes Anbieters ist um Größenordnungen größer als nötig.

„Cookie-Banner muss doch drauf.“

Nur, wenn die Seite Cookies setzt oder etwas von fremden Servern lädt. Ihre tut beides nicht — Schriften, Bilder und Karte liegen in der Datei. Bauen Sie kein Banner ein, das Sie nicht brauchen.

Wenn es klemmt

Rufen Sie an, bevor Sie eine Stunde suchen. Wir machen den ersten Upload auf Wunsch einmal gemeinsam am Telefon — das dauert zwanzig Minuten, und danach können Sie es selbst.

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